Was versteht man unter Artenschutz?

 

Artenschutz umfasst den Schutz und die Pflege bestimmter wild lebender Arten durch den Menschen, entweder aufgrund ethischer oder ästhetischer Prinzipien, oder aufgrund ökologisch begründeter Erkenntnisse.

 

Quelle: Auszug aus Wikipedia



Auch die BINGO-Umweltstiftung unterstützt uns bei unseren Artenschutzprojekten - 2020 -

Bei der Durchführung unserer zahlreichen Artenschutzprojekte und bei der Hege unserer Gewässer sind wir auf verlässliches Messequipment angewiesen. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützt uns nun mit hochwertigen Messgeräten der Firma WTW (Xylem). Hiermit können Sauerstoff, pH-Wert und Leitfähigkeit exakt gemessen werden. Aus Vereinsmitteln hätte Messequipment dieser hohen Qualität nicht angeschafft werden können. Vielen Dank an die Bingo-Umweltstiftung für die tatkräftige Unterstützung unserer Vereinsarbeit!



INNOVATIVES  ARTENSCHUTZKONZEPT  DES  ASV  LUTHE  KANN  IN  GANZ DEUTSCHLAND  NACHGEAHMT  WERDEN - 2020 -

Bis auf zwei Ausnahmen stehen alle heimischen Kleinfischarten auf der Roten Liste und sind gefährdet, stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Neben dem Verlust von Lebensraum sind insbesondere invasive (gebietsfremde) Arten für den Bestandsrückgang verantwortlich. Die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung hat nun einen Antrag des ASV Luthe für ein innovatives Artenschutzkonzept genehmigt. Gestern wurden über 6.900 Karauschen im Wert von 2.500 EUR auf unsere Projektgewässer verteilt. Bei unseren Besatzkarauschen handelt es sich um Tiere vom lokalen Genstamm aus dem Einzugsgebiet von Weser, Aller und Leine. Auch bei diesem Projekt wurden wir hervorragend von unseren Verbandsbiologen vom Anglerverband Niedersachsen e.V. unterstützt.

 

Der ASV Luthe ist stark im Natur- und Artenschutz engagiert. Unser neuartiges Konzept ist beispielhaft und kann von Angelvereinen in ganz Deutschland nachgeahmt werden und somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. In umzäunten Regenrückhaltebecken sollen stark gefährdete Rote-Liste-Arten wie Karausche, Schlammpeitzger, Bitterling/Teichmuschel und europäischer Flusskrebs erfolgreich erhalten und vom Aussterben bewahrt werden. Umzäunte Regenrückhaltebecken haben bei unserem Konzept eine Funktion als „Arche“, da genetisch reinrassige Bestände erhalten und Besatztiere für Ansiedlungsprojekte in nachweislich geeigneten Gewässern gezüchtet werden können. Durch die Umzäunung ist das Risiko des Aussetzens invasiver Arten deutlich reduziert. Mit der Abgabe von Nachzuchten fördern wir die weitere Verbreitung und tragen somit direkt zum Erhalt bedrohter Arten bei.

 

Die Karausche ist ein Karpfenfisch. Sie ist die robusteste heimische Fischart und kommt auch unter Extrembedingungen zurecht. Sie verträgt einen sehr niedrigen Sauerstoffgehalt im Wasser sowie hohe Wassertemperaturen. Ihr Blut enthält Alkohol, so dass sie auch ein fast vollständiges Durchfrieren des Gewässers im Winter überlebt. Es gibt keinen Fisch in Deutschland, der widerstandsfähiger ist als die Karausche. Sie überlebt selbst in den kleinsten und verschlammtesten Tümpeln. Trotz ihrer Robustheit ist die Karausche stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 2). Die Karausche ist eine höchst prioritäre Fischart in Niedersachsen. Ihr Erhaltungszustand in Niedersachsen ist schlecht bis unzureichend. Neben dem Verlust von Lebensraum ist die Hybridisierung der Karausche mit Goldfisch und Giebel (Urform des Goldfischs) ein Hauptgrund für das Verschwinden dieser Fischart. Gewässer, in denen Goldfische oder Giebel ausgesetzt wurden, sind für die Karausche für immer verloren. Da künftig mit dem Verlust weiterer Gewässer für die Karausche gerechnet werden muss, sind umzäunte und nicht zugängliche Regenrückhaltebecken sehr wichtig für den Arterhalt (Arche). Dass das Aussetzen von Gartenteich- um Aquariumstieren in heimische Gewässer streng verboten ist und unter Strafe steht, ist vielen Bürgen offensichtlich nicht bewusst. Entsprechende Regelungen hierzu finden sich im Bundesnaturschutzgesetz, der niedersächsischen Fischereiordnung, dem Tierschutzgesetz sowie in der sogenannten „Unionsliste“ der EU zu invasiven gebietsfremden Arten.

 

Die Stadtentwässerung Hannover hat uns schnell und unkompliziert ein umzäuntes Regenrückhaltebecken für dieses Artenschutzprojekt zur Verfügung gestellt. Die Stadtentwässerung Hannover ist vorbildlich, ihre Unterstützung und Förderung von Artenschutzprojekten beispielhaft für andere Verwaltungen in ganz Niedersachsen und Deutschland. Als Dank und Anerkennung haben wir Thomas Kirk von der Stadtentwässerung Hannover bei unserem Pressetermin in Hannover den Titel „Artenschutzpate des ASV Luthe“ verliehen. Ein weiteres umzäuntes Regenrückhaltebecken wird vom Angelverein Garbsen e.V. bereitgestellt. Mit dem AV Garbsen verbindet uns eine langjährige Vereinsfreundschaft. Mit den ersten Nachzuchten sollen neben unseren Vereinsgewässern auch Gewässer unserer Freunde in Garbsen besetzt werden. Neben den Regenrückhaltebecken in Hannover und Garbsen wurden ebenfalls zwei Vereinsgewässer des ASV Luthe mit Karauschen besetzt. Knapp 4.000 Karauschen wurden in den Luther See gesetzt, der als Altarm der Leine ein klassisches Karauschengewässer ist.

 

Alle Projektgewässer wurden vorab von Biologen des Anglerverbands Niedersachsen auf ihre Eignung untersucht. In keinem der Gewässer konnten im Rahmen von Elektrofischen Goldfische und Giebel nachgewiesen werden. Der Anglerverband Niedersachsen geht daher von einem Erfolg bei diesem Projekt aus.


Alle Jahre wieder… Lachsbesatz in der Leine (2020)

Heute erfolgte unser jährlicher Lachsbesatz an unserer Leinestrecke in Luthe. Seit vielen Jahren besetzen wir als Mitglied im Leine-Lachs e.V. junge Lachse und Meerforellen im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes. Unser Landtagsabgeordneter Sebastian Lechner (CDU) wurde heute vom 1. Vorsitzenden des Leine-Lachs e.V., Günther Ohnesorge, eine Lachspatenschaft verliehen. Unser Ortsbürgermeister Rolf Hoch (Lachspate seit 2018) war ebenfalls anwesend.

 

Der Lachs ist ein Wanderfisch, der zum Ablaichen über Nordsee, Weser und Aller in die Leine zu seinen Laichgebieten zieht. Lachse waren in der Leine bereits ausgestorben. Wir versuchen diesen größten heimischen Salmoniden nun wieder dauerhaft anzusiedeln. Damit Wanderfischarten wie der Lachs ihre Laichgründe erreichen können, müssen unsere Flüsse notwendigerweise durchgängig sein. In Niedersachsen haben wir leider aktuell über 4.300 Querverbauungen mit einer Absturzhöhe von mehr als 30 cm. Diese Bauwerke stellen teilweise unüberwindbare Hindernisse für Wanderfischarten wie Lachs, Meerforelle und Aal sowie für Rundmäuler wie Meer- und Flussneunauge dar. Abwandernde Aale werden in den Turbinen von Wasserkraftwerken zerstückelt. Heutzutage steht der Aal auf der Roten Liste und ist vom Ausserben bedroht. Ohne Besatzmaßnahmen niedersächsischer Angelvereine wäre der Aal in der Leine bereits ausgestorben.

 

Wir Angler hoffen nun auf eine konsequente Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU. Durch die Aufnahme ihrer Ziele in den § 27 des Wasserhaushaltsgesetzes ist es verpflichtende Aufgabe der nationalen Gewässerentwicklung geworden einen „guten ökologischen Zustand“ zu erreichen, der anhand von Kriterien wie Fischfauna, Wasserpflanzen, Algen, Plankton, Gewässerstruktur und chemisch-physikalischem Zustand des Gewässers gemessen wird. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bewertet den chemischen Zustand unserer Leine als schlecht, den ökologischen Zustand als unzureichend. Die vom LAVES erarbeitete „potenziell natürliche Fischfauna“ beinhaltet an der Leine in Luthe auch Lachs, Meerforelle und Aal.

 

Ein zentrales Anliegen der Wasserrahmenrichtlinie der EU ist der Erhalt gewässertypischer, artenreicher und sich selbst reproduzierender Fischbestände und eine weitestgehend uneingeschränkte Gewässerdurchgängigkeit. Ohne einen Abbau von Wanderhindernissen sowie der Anlage funktionsfähiger Fischtreppen werden die EU-Vorgaben nicht zu erreichen sein. Die bisherige Umsetzung der WRRL ist katastrophal. 97 % der niedersächsischen Gewässer erfüllen nicht die Anforderungen an den „guten ökologischen Zustand“. Niedersachsen ist europaweit Schlusslicht beim Gewässerschutz! Hier gibt es Handlungsbedarf.

 

Thema war heute ebenfalls die Ausweisung von FFH-Gebieten. In der Region Hannover wurden in der EU einzigartige Angelverbote im FFH-Gebiet zwischen Hannover und Ruthe erlassen. In der Regionsversammlung hatten hier CDU und SPD für die Angelverbote gestimmt. Ein Verordnungsentwurf zu unserem FFH-Gebiet ″Untere Leine″ liegt bis heute nicht vor. Drastische Angelverbote wie in Hannover würden schlagartig zu einem Verschwinden vieler Vereine entlang der Leine führen. In diesem Fall müssten wir Angler gemeinsam gegen die Verbote klagen. Allein in Wunstorf sind vier Angelvereine direkt von der Ausweisung der FFH-Gebietsverordnung betroffen, ein weiterer Verein indirekt über seine Mitgliedschaft in der IG-Leine-Mittellandkanal. Unsere Lachspaten von CDU und SPD haben wir heute ausdrücklich dazu aufgefordert, sich parteiintern gegen Angelverbote jeglicher Art auszusprechen und Angelverboten keinesfalls zuzustimmen. Sollte man uns im Stich lassen, werden viele stark im Naturschutz engagierte Vereine in absehbarer Zeit verschwinden.

 


Willkommen in Luthe! (2020)

Die Tongrube hat seit heute 500 neue Bewohner. 300 männliche und 200 weibliche Edelkrebse (Astacus astacus) haben wir heute in die Tongrube gesetzt. Sie sollen den Bestand zusätzlich stützen. Im Sommer wurde im Rahmen einer Erfolgskontrolle bei zwei Probefischen durch Biologen von Anglerverband Niedersachsen und Alfred-Wegener-Institut die erfolgreiche Ansiedlung dieser vom Aussterben bedrohten Art in unserem Vereinsgewässer bestätigt. Die Flusskrebse sind natürlich ganzjährig bei uns geschützt und dürfen nicht entnommen werden. Die größten Männchen bei unserem heutigen Besatz hatten eine Länge von über 20 cm.



DER GEWITTERFURZER KOMMT NACH LUTHE (2020)

Bei uns Anglern dreht sich nicht alles um den Fang von Fischen! Als Mitglied in einem der beiden größten anerkannten Naturschutzverbände in Niedersachsen betreiben wir aktiv Artenschutz und setzen uns für den Erhalt unserer heimischen Arten ein. Neben der Wiederansiedlung von Wanderfischarten wie Lachs und Meerforelle sowie dem Erhalt des akut vom Aussterben bedrohten europäischen Flusskrebses liegt uns Luthern der Erhalt unserer heimischen Kleinfische besonders am Herzen. Bis auf den Gründling und den Stichling stehen alle niedersächsischen Kleinfischarten auf der Roten Liste. Wir freuen uns, nun gemeinsam mit dem Anglerverband Niedersachsen e.V. ein ganz besonderes Projekt starten zu können.

Die Allianz Umweltstiftung und die Allianz Hauptvertretung Holger Dembeck aus Wunstorf finanzieren uns im Rahmen der Aktion Blauer Adler ein Rundstrombecken zur Zucht des vom Aussterben bedrohten europäischen Schlammpeitzgers. Der Schlammpeitzger ist eine nachtaktive Schmerlenart. Er überlebt das fast vollständige Austrocknen von Gewässern und überlebt auch in sauerstofffreiem Wasser, da er über seine Haut und seinen Darm Luftsauerstoff aufnehmen kann. Durch die hierbei entstehenden Geräusche wird er im Volksmund auch als „Gewitterfurzer“ bezeichnet. Im kommenden Frühjahr werden wir mit dem Fang von den Schlammpeitzgern vom lokalen Genstamm aus dem Einzugsgebiet von Weser, Aller und Leine beginnen. Die Wildfänge sollen auf dem gesicherten Gelände des AV NDS ablaichen und später wieder in ihre Herkunftsgewässer zurückgesetzt werden. Die Nachzuchten sollen einen Zuchtstamm für Ansiedlungsprojekte in großen Teilen Niedersachsens bilden.

Als Dank und Anerkennung für die Unterstützung der Artenschutzprojekte unseres Vereins haben wir Herrn Holger Dembeck und Herrn Dr. Rolf Wiswesser, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, gestern auf dem Gelände des AV NDS in Poggenhagen den Titel "Artenschutzpate des ASV Luthe" verliehen. Wir möchten ihnen vielmals für die Ermöglichung dieses tollen Projekts danken.

Der ASV Luthe bindet gerne Kinder und Jugendliche in seine Artenschutzprokte ein. Wir möchten den Kindern Naturerlebnisse verschaffen und sie für Umweltthemen sensibilisieren. Für dieses Jahr geplante Termine mussten durch Covid-19 leider aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Wer Interesse an einer Besatzmaßnahme bedrohter Arten im kommenden Jahr hat, kann sich gerne bei uns melden. Wir denken hierbei insbesondere an Grundschulklassen sowie Jugendgruppen lokaler Vereine.


Angelsportverein Luthe siedelt erfolgreich Flusskrebse an (2020)

Das Artenschutzprojekt des Angelsportvereins Wunstorf-Luthe ist ein voller Erfolg. Vor zwei Jahren setzten Mitglieder 350 europäische Flusskrebse in der Tonkuhle aus. Bei einer Kontrolle entdeckten sie auch Jungtiere.

Der europäische Flusskrebs fühlt sich in der Luther Tongrube wohl. Vor zwei Jahren hatten Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) Luthe insgesamt 350 vom Aussterben bedrohte europäische Flusskrebse in Ihrem Vereinsgewässer ausgesetzt. Jetzt konnten sie sich vom Erfolg des Artenschutzprojektes überzeugen. An zwei Terminen hatten die Angler über Nacht 40 Flusskrebsreusen ausgelegt. Rund 50 Tiere gingen ins Netzt. „Wir haben die Reusen morgens ganz früh wieder rausgeholt, um 6.30 Uhr, damit sie nicht gestohlen werden“, sagt der Vorsitzende des ASV Luthe Jan Schiffers auf Nachfrage. .....



Mehrere tausend Kleinfische für unsere Vereinsgewässer (2020)

Positive Auswirkung auf Eisvogelpopulation erwartet

 

Mitglieder des ASV Luthe haben in diesem Frühjahr mehrere tausend Moderlieschen, eine heimische Kleinfischart, in ihren Vereinsgewässern ausgesetzt. Die Besatzaktion ist Teil des Engagements des Vereins für den Erhalt seiner Kleinfischbestände. „Bis auf den 3-stachligen und 9-stachligen Stichling sowie den Gründling stehen alle heimischen Kleinfischarten auf der Roten Liste. Mehrere Kleinfischarten sind sogar vom Aussterben bedroht“, erklärt Jan Schiffers, 1. Vorsitzender des ASV Luthe. Im Rahmen mehrerer Artenschutzprojekte des Vereins sollen bedrohte Arten erhalten und verschwundene Arten wieder angesiedelt werden. Neben den bedrohten Kleinfischarten, die laut Schiffers nicht entnommen werden dürfen, liegt der Fokus der Luther Angler auf der Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in der Leine sowie dem Erhalt des vom Aussterben bedrohten europäischen Flusskrebses. „Wir investieren viel Zeit und Geld in diese Artenschutzprojekte. Die Kosten hierfür decken wir mit Mitgliedsbeiträgen und Vereinsmitteln“, betont Schiffers. Der ASV Luthe ist Mitglied im Anglerverband Niedersachsen, einem der beiden größten anerkannten Naturschutzverbände in Niedersachsen. Schiffers beklagt, dass die niedersächsischen Angler, trotz ihres aktiven Einsatzes für den Artenschutz, keine staatlichen Zuschüsse erhalten. Andere Naturschutzverbände erhielten im Gegensatz hierzu Zuwendungen in Millionenhöhe. Für Schiffers ist diese Ungleichbehandlung nicht nachvollziehbar.

Die von den Luther Anglern besetzten Moderlieschen werden nur wenige Zentimeter groß. Dies macht sie zu einem idealen Futterfisch für den Eisvogel, der in Steilhängen der Leine Bruthöhlen anlegt. Der Eisvogel brütet mehrmals im Jahr. „Wenn sich nach starken Regenfällen das Wasser der Leine eintrübt und die Strömung zu stark wird, fliegen die Eisvögel auf ihrer Nahrungssuche Stillgewässer an. Nur hier finden sie dann noch ausreichend Nahrung um ihre Jungtiere zu versorgen. Stehen keine geeigneten Gewässer zur Verfügung, verhungern die Jungvögel in ihren Bruthöhlen“, erklärt Schiffers. Die Angler versprechen sich von der Besatzaktion daher auch eine Förderung der hiesigen Eisvogelpopulation. Laut Schiffers sind viele Stillgewässer im Hochwassergebiet in einem schlechten Zustand. Viele Teiche sind verschlammt und zu nährstoffreich. „Je nährstoffreicher ein Gewässer ist, umso niedriger ist die Artenvielfalt. Wir haben es hier mit einem Ökosystem zu tun, in der jeder Art eine Bedeutung zukommt. Das Verschwinden einzelner Arten ist ein tragischer Verlust und hat natürlich auch Auswirkungen auf andere Arten. Durch einen dichten Teppich aus Fadenalgen und Kraut kommt ein kleiner Jäger wie der Eisvogel nicht hindurch. In den niederschlagsarmen Sommern der vergangenen Jahre sind einige Teiche sogar komplett ausgetrocknet“, berichtet der 1. Vorsitzende. Die Luther Angler hoffen nun, dass der Sommer nicht so trocken wird wie im Vorjahr, sich die besetzten Moderlieschen schnell einleben und die Eisvögel gut durch das Jahr kommen werden. 

 

- Pressebericht Wunstorfer Stadtanzeiger vom 23.05.2020 (PDF)



Erste Überprüfung Baggerseeprojekt in 2020

 

Vor einigen Tagen haben Taucher die Entwicklung an unseren Totholzbündeln dokumentiert, die wir im Herbst 2019 mit Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen im Blauen See versenkt hatten. Trotz bescheidener Sichtverhältnisse sind einige Unterwasserbilder gelungen. Auf den Holzbündeln haben sich bereits Algen angesiedelt. Perfekte Unterstände und Laichgründe für mehrere Fischarten! Wir werden künftig weitere Totholzbündel analog zum Baggerseeprojekt zur Strukturverbesserung versenken, sobald Covid-19 überwunden ist.



„Baggerseeprojekt“ ASV Luthe (2019)

 

Mit der freundlichen Genehmigung von dem Besitzer des Blauen See, (Herrn Peter Amend) konnten wir heute Morgen, unser lang geplantes und mit viel Vorarbeit verbundenes „Baggerseeprojekt“ am Blauen See in Garbsen umsetzen.

Der Blaue See gehört zu den sehr gut angenommen Freizeitmöglichkeiten in Garbsen. Er ist ein ca. 10 ha großer Badesee mit einer Wasserskianlage und angrenzendem Campingplatz, der aber auch vom Angelsportverein Luthe als Angelsee gepachtet, bewirtschaftet und genutzt wird.

 

Da es aufgrund der Struktur des Gewässers kaum Bewuchs unterhalb der Wasseroberfläche gibt, haben wir heute ca. 25 Totholzbündel als Laichhilfe und Unterstandmöglichkeiten für die dort ansässigen Fische versenkt.

Die hierfür ausgesuchten Stellen, behindern weder die Badegäste noch den Betrieb der Wasserskianlage.

Wir hoffen, dass unser Angebot von den Fischen angenommen wird und so zur Artenvermehrung beitragen wird. Überprüfen werden wir dies im kommenden Jahr durch den Einsatz von Tauchern.

Unterstütz wurden wir bei dem Projekt durch Herrn Dr. Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen. Der Verband ist an 20 Projekten dieser Art beteiligt und erforscht und dokumentiert diese.

Unser Baggerseeprojekt gehört nicht zu genannten Seen. Wir wollten es selber in die Hand nehmen und so versuchen dem Badesee ein natürlich, ökologisches, der Natur entsprechendes Angebot für die Vermehrung der Artenvielfalt unter Wasser zu geben.



 

Artenschutzprojekt „Lachse für die Leine“ (2019)

 

 

1500 Lachse für die Leine!

 

Auch in diesem Jahr haben wir unser Artenschutzprojekt „Lachse für die Leine“ fortgesetzt.

 

Es wurden ca. 1500 Junglachse im Alter von ca. 1 1/2 Jahren in die Freiheit entlassen. Wir hoffen, dass wir sie in 6 bis 7 Jahren wiedersehen werden.

 

In den vergangenen Jahren wurden immer mal wieder gut abgewachsene Lachse in der Leine beobachtet. Dies ist ein Zeichen dafür, das sich diese Arbeit langfristig lohnt.

 

Bedanken möchten wir uns selbstverständlich auch wieder bei Herrn Günter Ohnesorge vom „Lachs Leine Programm“ aus Gronau. Er ist der Macher, der dieses Projekt mit ins Leben gerufen hat.

 

Um auch unsere jüngsten Naturschützer mit einzubeziehen, haben uns dieses Jahr die „Löschwichtel“ der Freiwilligen Feuerwehr aus Luthe ganz tatkräftig unterstützt.

Sie waren sehr interessiert und wir konnten viele Fragen beantworten.

Als kleines Dankeschön, haben wir dann noch gemeinsam mit unseren jüngsten Unterstützern ein paar ordentlich gefüllte Krapfen verspeist.

 

Selbstverständlich, waren auch unsere im letzten Jahr ernannten Lachspaten der Stadt Wunstorf, Herr Bürgermeister Rolf-Axel Eberhard sowie der Ortsbürgermeister Herr Rolf-Joachim Hoch aus Luthe wieder anwesend.

 

Wir hoffen, dass wir dieses Projekt auch in den nächsten Jahren wiederholen können.



Artenschutzprojekt: Europäischer Flusskrebs ( Astacus astacus)

 

Dem ASV Luthe wurden in diesem Jahr europäische Flusskrebse aus den Filterbecken des Naturerlebnisbads Luthe angeboten. Da die Krebse keine Fressfeinde im Freibad haben, hat sich die Population sehr gut entwickelt. Im Gegenzug für die Mithilfe beim Schilfschnitt im Herbst erhielt der ASV Luthe 350 europäische Flusskrebse (alle Altersklassen). Die Krebse wurden am 20.10.2018 in die Tonkuhle gesetzt. Die Bestandsentwicklung der Flusskrebspopulation wird durch das Auslegen von Reusen in den nächsten Jahren erfasst werden.

Der europäische Flusskrebs war früher in nahezu allen Fließ- und Stillgewässern Europas heimisch. Heutzutage wird er in der Roten Liste in Kategorie 1 als vom Aussterben bedroht geführt. Infolge von Gewässerverschmutzung und –ausbau war der zuvor in den meisten Gewässern vorhandene Edelkrebs stark zurückgegangen. Mit dem Ausbringen von weniger empfindlichen amerikanischen Krebsarten wurde der Erreger der Krebspest (Pilz)eingeschleppt, der zu einem fast vollständigen Verschwinden des Edelkrebses in Niedersachsen und Deutschland führte. Gewässer mit Beständen amerikanischer Flusskrebse sind für unseren heimischen Edelkrebs für immer verloren.

 

Gemeinsam mit dem Fischereibiologen Dr. Matthias Emmrich vom niedersächsischen Anglerverband wurden an allen Vereinsgewässern des ASV Luthe Krebsreusen über einen längeren Zeitraum ausgelegt. Die Tonkuhle in Luthe hat sich hierbei als einziges krebsfreies bzw. Gewässer ohne amerikanische Krebse herausgestellt. Vom niedersächsischen Anglerverband haben wir eine klare Empfehlung für dieses Projekt bekommen. Biologen des Fischereikundlichen Dienstes des LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit - Dezernat Binnenfischerei) haben uns ebenfalls den Besatz der Tonkuhle ausdrücklich empfohlen.

Im September 2018 wurden wir vom AWI (Alfred-Wegener-Institut - Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung) in das MaNaKa Projekt (Maßnahmenkatalog für erfolgreiche, nachhaltige Besatzmaßnahmen autochthoner Edelkrebspopulationen) aufgenommen. Ziel des Projektes ist die Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zum erfolgreichen und einheitlichen Besatz autochthoner Edelkrebsstämme in heimischen Gewässern, um die Art und insbesondere die Biodiversität noch vorhandener Populationen langfristig zu erhalten und zu erhöhen. Der Katalog wird gegen Projekteende modellhaft in Zusammenarbeit mit Fischereiverbänden und Züchtern eingesetzt. Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Oliver Hauck, hat am 11.10.2018 gemeinsam mit Dr. Thomas Klefoth vom AV NDS relevante Wasserwerte in den Filterbecken und in der Tonkuhle gemessen. Die gemessenen Werte sind laut Herrn Hauck optimal für Flusskrebsbesatz. Das MaNaKa Projekt wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert. Förderer ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Förderkennzeichen 2815BM001).

 

Neben dem AWI sind folgende Institutionen in das MaNaKa Projekt involviert:

  • Anglerverband Niedersachsen e.V.
  • Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz e.V.
  • Edelkrebsprojekt NRW
  • Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau

Wir danken dem Naturerlebnisbad Luthe für dieses tolle Projekt und die hervorragende Kooperation. Der ASV Luthe wird weiterhin beim jährlichen Schilfschnitt in den Filterbecken mithelfen. Wir möchten uns ebenfalls recht herzlich bei der Firme Blanke Baustoffe in Wunstorf bedanken, die uns Kalksandsteine als Versteckmöglichkeit für die Krebse kostenlos überlassen hat.



Artenschutzprojekt: Bitterling

 

Im Oktober 2018 setzte der ASV Luthe 1.000 Bitterlinge in ein geeignetes Vereinsgewässer. Die Fische erhielten wir vom AV NDS. Sie wurden vom Fischereibiologen Dr. Matthias Emmrich angeliefert. Wir möchten uns nochmals ganz herzlich bei Herrn Dr. Emmrich für die bemerkenswerte Unterstützung unseres Vereins bedanken.

 

 

Der Bitterling (Rhodeus amarus) ist ein kleiner Karpfenfisch, der durchschnittlich 5 - 6 cm groß wird. Er kann eine maximale Größe von ca. 9-10 cm erreichen und besiedelt bevorzugt pflanzenreiche Uferzonen stehender oder langsam fließender Gewässer. Er nimmt überwiegend pflanzliche Nahrung auf, frisst aber auch kleine Insektenlarven und Würmer. Für die Fortpflanzung benötigt der Bitterling (Rhodeus amarus) Fluss- oder Teichmuscheln (z.B. Anadonta cygnea). Während der Laichzeit färbt sich das Männchen bunt. Das Weibchen gibt 40 - 100 Eier über eine mehrere cm lange Legeröhre in die Teichmuschel ab. Das Männchen gibt direkt im Anschluss seine Spermien ab, die durch das Atemwasser der Großmuschel zu den Eiern gelangen und diese befruchten. Die befruchteten Eier entwickeln sich innerhalb der Muschel. Die Teichmuscheln bieten den Jungfischen Schutz. Nach einigen Wochen verlässt die Bitterlingsbrut, zu diesem Zeitpunkt ca. 1 cm groß, die Muschel. Durch Habitatsverlust und verschwundene Großmuschelvorkommen ist der Bitterling in Niedersachsen mittlerweile vom Aussterben bedroht. Der ASV Luthe wird den Bitterling künftig in allen geeigneten Gewässern ansiedeln, und somit aktiv zum Erhalt dieser faszinierenden Kleinfischart beitragen.

 



Artenschutzprojekt: Lachse

 

1000 Lachse für die Leine!

Wie schon in den Jahren zuvor, haben wir in enger Zusammenarbeit mit Herrn Günter Ohnesorge vom Leine Lachs Programm aus Gronau, Junglachse in der Leine ausgesetzt. Ziel ist die Wiederansiedlung des atlantischen Lachses in der Leine und seinen Nebenflüssen. Der Angelsportverein Luthe ist nur ein kleiner Baustein in einem riesigen über Jahre angelegtem Projekt. Aber wir hoffen das irgendwann die Zielsetzung der Wiederansiedlung gelingt, und wir dazu beigetragen haben. Einige positive Rückmeldungen aus den vergangenen Jahren hat es bereits gegeben.

 

Wir freuen uns, dass wir für unser diesjähriges Lachsprojekt, auch die offiziellen Vertreter der Stadt Wunstorf, Herrn Bürgermeister Rolf-Axel Eberhard sowie den Ortsbürgermeister Herrn Rolf-Joachim Hoch aus Luthe als Lachspaten gewinnen konnten.

Sie wurden von dem 1. Vorsitzenden des Leine Lachs Verein, Herrn Günter Ohnesorge für ihr Engagement mit einer Urkunde zum Lachspaten ausgezeichnet.

 

- Leine Lachs e.V. (www)

- Broschüre Leine Lachs Programm zum Download (PDF)

- Pressebericht Lachsbesatz (PDF)